Die Presse, 24.10.1994
Dr. Heinz Lütgendorff
Chronische Verbrennungen
Neuer Risikofaktor:
Nahrung mit mehr als 37 Grad Celsius.
Wir essen und trinken zu heiß! Bei Getränken werden Temperaturen bis 79 Grad Celsius, bei Suppe bis 82 Grad gemessen. Die durchschnittlichen Temperaturen sind 55 - 70 Grad. Es kommt zu chronischen Verbrennungen ersten und zweiten Grades. Betroffen sind die Schleimhäute des Gaumens, des Rachens, der Speiseröhre und des Magens. In der Folge entstehen chronische Entzündungen, welche viele weitere Krankheiten begünstigen.
Bei den folgenden Krankheiten ändern sich nun grundlegend Vorsorge, Therapie und Prognose: Grippale Infekte und andere Infektionserkrankungen der Atemwege, Asthma bronchiale, Kinderkrankheiten, Gingivitis, Tonsillitis, Gastritis, Inhalations- und Nahrungsmittelallergien. Viele Operationen (besonders die der Tonsillen) werden nur noch selten notwendig sein. Patienten sollen den Risikofaktor meiden und vorübergehend weitere wichtig Ratschläge beachten. Patienten, die unter Medikation stehen (z. B. Asthmatiker), müssen die Beendigung der bisherigen Therapie unbedingt zusammen mit dem Arzt durchführen.
Eine zehnjährige Erfahrung an zirka 2700 Patienten liegt vor. Bei Kooperation des Patienten, der auch ein Getränkethermometer verwendet, sind die Erfolge sehr eindrucksvoll. Es entstehen keinerlei Nebenwirkungen oder Kosten. Die praktische und volkswirtschaftliche Bedeutung des Risikofaktors ist enorm: Vom Kleinkind bis zum Greis - jeder Mensch ist nämlich betroffen.
