Ernährungsforschung

 

Ernährungsforschung 1995;40:135-6

H.-A. Ketz

Risikofaktor - Nahrung mit mehr als 37 Grad Celsius

Für eine Reihe von weitverbreiteten, sogenannten Zivilisationskrankheiten, werden mehrere Risikofaktoren verantwortlich gemacht. Mit an erster Stelle stehen Ernährungsfaktoren wie Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Hyperurikämie, Diabetes mellitus und Alkoholabusus.

Vorliegende Abhandlung befasst sich mit einem weiteren, bisher vernachlässigten Risikofaktor. der Temperatur der Nahrung. Von histologischen Überlegungen ausgehend, wonach der Mensch mit der Errichtung erster Feuerstellen von mehr als 50 000 Jahren mit heißer Nahrung in Berührung gekommen ist, soll seit dieser Zeit eine neue Form der Gesundheitsgefährdung eingesetzt haben, die in Folge von Gaumen- und Rachenentzündungen eine Vielfalt von weiteren Krankheiten ausgelöst hat.

Hierzu werden Mandelentzündung, Infektionskrankheiten der Atemwege, Allergien und Asthma gerechnet.

Die Empfehlung lautet: Die Temperatur aller Speisen und Getränke zu kontrollieren. Dafür ist der Broschüre ein ungefährliches Getränkethermometer, gefüllt mit einer alkoholischen Flüssigkeit, beigefügt. Es soll nur Nahrung mit einer Temperatur bis 37 Grad Celsius verzehrt werden.

Damit würde eine Schädigung der Schleimhaut des Gaumens und des Rachens vermieden und ein Durchbruch bei der Linderung bzw. Heilung vieler Folgekrankheiten erreicht.

Nach den Angaben des Autors hat sich die Methode der Begrenzung der Nahrungstemperatur auf 37 Grad Celsius, gemessen an Behandlungserfolgen, bei ca. 2700 Patienten bewährt.

Als Fragen, die in diesem Zusammenhang noch einer wissenschaftlichen Klärung bedürfen, werden folgende genannt:

Sind chronische Verbrennungen ersten und eventuell auch zweiten Grades die Hauptursachen der Schleimhautentzündung des Gaumens und des Rachens?

Sind Schleimhautschädigungen in diesem Bereich Voraussetzungen für das Eindringen von Viren?

Ist die ständige Aufnahme weniger heißer Nahrung lebensverlängernd? Für welche Folgekrankheiten spielt der Risikofaktor "Nahrung mit mehr als 37 Grad Celsius" eine wichtige Rolle?

Bestehen zwischen diesem Risikofaktor und der Entstehung von Zungen- und Speiseröhrenkrebs kausale Beziehungen?

 

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