Neue Kronenzeitung

 

Neue Kronen Zeitung, 22.10.1994

Wir essen und trinken oftmals viel zu heiß

Getränke und Speisen die mit Temperaturen, über 37 Grad Celsius konsumiert werden, wirken sich oft schädlich aus!

Denn bei Temperaturen über der Körperwärme kann es zu Entzündungen des Gaumens und des Rachens kommen. Auch die Speiseröhre und der Magen werden in Mitleidenschaft gezogen.

"Sogar Mandelentzündungen, Infektionserkrankungen der Atemwege, Allergien und Asthma können durch zu heißes Essen und Trinken begünstigt werden", erklärt Dr. Heinz Lütgendorff-Gyllenstorm, Facharzt für Innere Medizin und Autor des Buches "Risikofaktor Nahrung mit mehr als 37 Grad Celsius", erschienen im Maudrich Verlag.

Dr. Lütgendorff empfiehlt: Speisen und Getränke unbedingt abkühlen lassen.

Kaffee frisch aus dem Automaten ist für unseren Körper viel zu heiß.

 

 

Neue Kronen Zeitung, 3.1.1996

Erich Vorrath

20.000 neue Fälle. Impfstoff geht zur Neige. Vorsicht vor den alten Hausmitteln:

Kein heißer Tee für Grippe-Kranke

Zehntausende Menschen liegen mit Grippe im Bett, unter ihnen besonders viele Kinder, allein in Wien werden für diese Woche 20.000 Neuerkrankungen erwartet - und der Impfstoff geht langsam zur Neige. Keine guten Nachrichten also von der "Grippe-Front". Die Ärzte haben weiterhin Hochbetrieb, der Notdienst ist überlastet.

Trotzdem: Selbsthilfe sollten die Patienten lieber sein lassen, bei "richtiger" Influenza mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und Nackenschmerzen müsste unbedingt ein Arzt ans Krankenbett. Zumal die guten alten Hausmittel mitunter schädlich sein können. Großmutters Behandlungsmethoden sind sogar bisweilen gefährlich. Dr. Roman Jiptner, praktischer Arzt aus Wien-Favoriten: "Auf keinen Fall heiße Getränke, um dann kräftig zu schwitzen. Denn die Schleimhäute sind durch die Viren ohnehin geschädigt. Und werden sie durch die brennheiße Flüssigkeit noch weiter in Mitleidenschaft gezogen, kann es zur Superinfektion kommen: Jede Menge Bakterien dringt in den Körper ein." Und was das für den bereits geschwächten Patienten bedeutet, kann sich ein jeder selbst ausmalen ...

Jiptner: "Bei Anzeichen einer Grippe, wie Fieber, Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit, sofort ins Bett legen, leichte Kost und große Mengen Vitamin C zu sich nehmen und den Arzt rufen." ...

 

 

Neue Kronen Zeitung, 3.3.2001

Gesundheitsmagazin

Vorsicht heiß!

Speisen und Getränke, mit mehr als 37 °C konsumiert, machen auf Dauer krank.

Speisen und Getränke sollten bei der Nahrungsaufnahme höchstens Körpertemperatur haben. Zu heißes Essen kann nämlich zu Schädigung der Mund- und Rachenschleimhaut führen.

Die meisten Menschen essen und trinken viel zu heiß! Das kann auf Dauer zu Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut führen. Durch konsequentes Abkühlen kann aber leicht Abhilfe geschafft werden.

Temperaturmessungen von Speisen und Getränken in Wiener Restaurants und Werksküchen haben ergeben: Suppen werden mit bis zu 82 Grad Celsius, Getränke mit bis zu 79 Grad Celsius serviert. Auf die Mundschleimhaut treffen sie immerhin noch mit durchschnittlich 55 bis 70 Grad. Studien zeigen deutlich die negativen Auswirkungen von so heiß gegessenen und getrunkenen Lebensmitteln: "Entzündungen und Krebs der oberen Speisewege bilden nur die Spitze des Eisberges. Dazu kommen Infektionskrankheiten, bei denen die Infektion im Atemtrakt oder den oberen Verdauungsorganen stattfindet", betont der Facharzt für Innere Medizin Dr. Heinz Lütgendorff-Gyllenstorm von der Gesundenuntersuchungsstelle einer Wiener Krankenkasse.

"Zu hohe Temperaturen der Nahrung bewirken in den meisten Fällen grundlegende Schleimhautschädigungen. Sie wird dadurch auch viel anfälliger für Infektionen. Entweder durch eigene im Mund und Rachen vorhandene Keime, oder durch fremde Viren und Bakterien".

Es folgen Entzündungen des Gaumens und des Rachenraumes, die wiederum Schnupfen, Mandel- und Mittelohrentzündungen auslösen können. Der Tipp, bei Grippe oder Erkältungen heißen Tee zu trinken, könnte, nach Ansicht Dr. Lütgendorffs nach hinten losgehen. Da die ohnehin schon angegriffene Schleimhaut noch mehr in Mitleidenschaft gezogen werde.

Die Lösung des Problems ist eigentlich sehr einfach: Lassen Sie Speisen und Getränke etwas stehen, bis sie körperwarm sind! Zu Hause können Gerichte auch im Wasserbad gekühlt werden. Doch Essen und Trinken von Lebensmitteln über 37 Grad Celsius sind so allgemein üblich, dass dieses Verhalten bereits als normal gilt. Wir schädigen uns, ohne es zu wissen.

Zum Beispiel empfinden wir Flüssigkeiten mit der Temperatur eines "heißen" Bades im Mund als "lauwarm". Die Unterschätzung der Temperatur unserer Speisen und Getränke ist wahrscheinlich auch die Ursache dafür, dass dieser Risikofaktor noch nicht früher erkannt wurde. Über diese Zusammenhänge gibt es nunmehr eine neunjährige klinische Erfahrung an fast 3000 Patienten.

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